Viele Menschen in Deutschland haben einen klaren Wunsch: Sie möchten nicht bis 67 oder länger arbeiten, sondern früher in den Ruhestand gehen – Zeit für Familie, Gesundheit, Reisen und persönliche Projekte gewinnen. Doch zwischen Wunsch und Wirklichkeit klafft häufig eine erhebliche Finanzierungslücke. Aktuelle Studien zeigen: Der Traum vom frühen Ruhestand ist weit verbreitet, aber nur wenige fühlen sich dafür wirklich gut vorbereitet.
Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov ergab, dass mehr als ein Viertel der Arbeitnehmer in Deutschland einen vorzeitigen Ausstieg aus dem Berufsleben anstrebt. Gleichzeitig zweifelt laut einer BlackRock-Studie die Mehrheit der Bürger daran, dass das gesetzliche Rentensystem ihren Lebensstandard im Alter sichern kann. Weniger als die Hälfte fühlt sich finanziell ausreichend auf den Ruhestand vorbereitet. Hauptgrund: fehlendes Wissen und mangelnde Planung.
Warum der frühe Ruhestand heute schwieriger ist als früher
Die Rahmenbedingungen haben sich in den letzten Jahrzehnten deutlich verschoben:
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Die Lebenserwartung steigt stetig
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Die Zahl der Erwerbstätigen sinkt
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Renten werden heute im Schnitt doppelt so lange gezahlt wie vor 40 Jahren
Wer heute 50 Jahre oder jünger ist, wird daher mit hoher Wahrscheinlichkeit länger arbeiten müssen – oder bei einem früheren Rentenbeginn deutliche Abschläge hinnehmen. Ohne gezielten Vermögensaufbau oder bestehendes Kapital ist ein früher Ruhestand kaum ohne finanzielle Einbußen möglich.
Gerade deshalb gilt: Wer früher aufhören möchte zu arbeiten, muss früher anfangen zu planen.
Der Kassensturz: Was kommt wirklich im Ruhestand an?
Der erste Schritt auf dem Weg zum finanziell sicheren (Früh-)Ruhestand ist eine ehrliche Bestandsaufnahme. Dazu gehört:
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Welche Ansprüche bestehen aus der gesetzlichen Rente?
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Welche Leistungen kommen aus betrieblicher Altersvorsorge?
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Welche privaten Vorsorgeverträge und Kapitalanlagen existieren?
Noch wichtiger: Wie sehen die zukünftigen Ausgaben aus? Miete, Versicherungen, Lebenshaltung, Reisen, Gesundheit, Inflation – all das muss realistisch berücksichtigt werden.
Eine professionelle Liquiditätsplanung zeigt, welche Einnahmen und Ausgaben in jedem Ruhestandsjahr zu erwarten sind und wie sich das Gesamtvermögen im Zeitverlauf entwickelt. Erst dadurch wird sichtbar, ob eine Finanzierungslücke besteht – und wie groß sie ist.
Vermögensstruktur: Rendite, Risiko und Effizienz
Nach der Analyse folgt die Optimierung. Viele Vermögensstrukturen sind historisch gewachsen – aber nicht auf den Ruhestand ausgerichtet. Fragen, die jetzt beantwortet werden müssen:
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Ist das Vermögen sinnvoll über verschiedene Anlageklassen verteilt?
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Passt das Risiko zur persönlichen Lebenssituation?
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Wird das Kapital ausreichend renditestark investiert, um Inflation und lange Rentenphasen zu überstehen?
Gerade in der Entnahmephase – also im Ruhestand – entscheidet die richtige Struktur darüber, ob das Vermögen trägt oder schleichend aufgebraucht wird.
Kosten, Schulden und Inflation – die stillen Renditekiller
Was oft unterschätzt wird:
Hohe Produktkosten, unnötige Gebühren und Kredite können die Ruhestandsplanung massiv gefährden. Jeder Prozentpunkt Kosten schmälert langfristig die Rendite und damit den verfügbaren Lebensstandard.
Hinzu kommt die Inflation. Schon bei nur 2,5 Prozent pro Jahr verdoppelt sich der Finanzbedarf innerhalb von rund 28 Jahren – nur um die gleiche Kaufkraft zu erhalten. Wer das nicht einplant, wird im Alter real ärmer, selbst wenn nominal „genug Geld“ vorhanden scheint.
Ein klarer Finanzplan statt Bauchgefühl
Ein tragfähiger Ruhestandsplan beantwortet unter anderem:
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Wie viel muss heute gespart werden?
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In welche Anlageklassen wird investiert?
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Wie wird das Langlebigkeitsrisiko abgesichert?
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Wie wird das Vermögen im Ruhestand entnommen?
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Wie groß ist die Versorgungslücke – und wie wird sie geschlossen?
Und vor allem: Der Plan wird regelmäßig überprüft und angepasst. Denn Leben, Märkte und gesetzliche Rahmenbedingungen verändern sich.
Finanzplanung ist Lebensplanung
Der Ruhestand ist kein rein finanzielles Thema – er ist ein Lebensprojekt. Wann will ich aufhören zu arbeiten? Wie will ich leben? Welche Freiheiten möchte ich mir leisten können?
Gerade deshalb ist eine ganzheitliche Finanzplanung so wertvoll. Sie verbindet Zahlen mit persönlichen Zielen – und macht den Weg in einen sorgenfreien (Früh-)Ruhestand überhaupt erst planbar.
Als unabhängige Finanzplaner unterstützen wir vom Berliner Vermögenskontor unsere Mandanten dabei, diese Fragen strukturiert, realistisch und vorausschauend zu beantworten. Mit einem klaren Konzept, laufender Begleitung und einer Strategie, die zu ihrem Leben passt.