Renten sind nicht mehr sicher

Renten sind nicht mehr sicher

Weil Pensionswerke und Lebensversicherer ihre Garantieversprechen nicht halten können, sind die Renten nicht länger als sicher zu bezeichnen. Gründe sind anhaltend niedrige Zinsen und eine fehlerhafte Deregulierung mit erheblichen Folgen für deutsche Haushalte.

Die gesetzlichen Renten sind umlagenfinanziert

Aufgrund längerer Lebenserwartungen sowie ungünstiger Demografie droht der gesetzlichen Rentenversicherung eine Problemperiode, die sich über Jahrzehnte hinziehen kann. Spätestens ab 2020 gehen die geburtenstarken Jahrgänge der 50er- bis 70er-Jahre in Rente, gleichzeitig werden die Senioren immer älter. Beides führt dazu, dass die bisherigen Beitragssätze der gesetzlichen Rentenversicherung nicht mehr ausreichen. Dies ist jedoch schon jetzt der Fall, daher werden bereits heute Rentenzahlungen nicht nur aus den Umlagen, sondern zu erheblichen Teilen über Steuern finanziert.

In diesem Szenario führt eine vor zwei Jahren von der Großen Koalition beschlossene Maßnahme zu kontroversen Diskussionen. Die Regierungskoalition hatte damals das Rentenalter auf 63 Jahre gesenkt und hat vor Kurzem die Renten zudem um durchschnittlich fünf Prozent angehoben. Kritiker sehen darin eine mutige, aber nicht durchdachte Vorgehensweise, weil die Finanzierung dazu nicht geregelt ist. Gleiches trifft jedoch auf alle Formen der finanziell geregelten Altersvorsorge zu.

Die gesetzlichen Renten durch private Vorsorgemaßnahmen aufstocken

Den meisten Verbrauchern ist klar, dass ihre Rentenansprüche nicht für einen komfortablen Lebensabend ausreichen. Die Mehrheit versucht, mit Spareinlagen ein ausreichendes Vermögen aufzubauen, zudem zahlt fast jeder Bundesbürger in eine Lebensversicherung ein. Beide Ansätze werden seit Jahren zunehmend durch andauernde Niedrigzinsen erschwert. Die einzig sinnvolle Möglichkeit wäre der Vermögensaufbau mit Aktien, doch die sind den meisten Verbrauchern immer noch suspekt.

Die EZB ist nicht die Alleinschuldige

Vor der EU war die Lebensversicherung eine stark regulierte Branche mit nationaler Ausrichtung. Dies änderte sich mit der Umsetzung verschiedener EU-Richtlinien, insbesondere die dritte Richtlinie hob bislang geltende Vorschriften zu Leistungen, Tarifen, Garantien und Prämien auf. Die gesetzlichen Renten lassen sich seitens des Umfangs zudem kaum noch per Lebensversicherung optimieren, weil die Europäische Zentralbank mit ihrer Nullzinspolitik die Renditen sicherer Anlageoptionen minimiert hat. Jedoch ist die EZB nur ein Teil des Problems, der Andere ergibt sich aus einer missglückten Deregulierung.

 

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