Welche Zukunft haben Smart Beta-ETF?

Welche Zukunft haben Smart Beta-ETF?

Einfach verständlich und kostengünstig eroberten Indexfonds (ETF) die Herzen vieler Anleger. Mehr als drei Billionen Dollar sind global in Exchange Traded Funds investiert, doch einigen Anbietern genügt das nicht. Sie bringen unter der Bezeichnung Smart Beta Varianten auf den Markt, die der Grundidee völlig zuwiderlaufen und darin Investierte zu Wetten gegen den Markt veranlassen.

Jeder klassische ETF baut auf einem wissenschaftlich bewiesenen Gedanken auf

Anleger nutzen Indexfonds zu passiven Investments in komplette Märkte und folgen damit einer Idee des bekannten Nobelpreisträgers Eugene Fama. Der hat in seiner Effizienzmarkthypothese festgestellt, dass kein Fondsmanager dauerhaft bessere Wertentwicklung als der Aktienmarkt als Ganzes erzielen kann. Indexfonds legen in bekannten Börsenbarometern wie dem DAX an und beteiligen Anleger an Gewinnen ebenso wie an Verlusten. Zudem sind die Investments sehr kostengünstig, weil das bestmögliche Abbilden von Indizes kein teures Management benötigt.

Warum gibt es Smart Beta?

Weil Anbieter wie Black Rock und die Deutsche Bank zwar mit der Nachfrage, nicht jedoch mit der Ertragslage zufrieden sind. Sie haben daher Produkte auf den Markt gebracht, die zwar als ETF angeboten werden, aber den positiven Grundgedanken der Indexfonds ad Absurdem führen. Schon die Bezeichnung ist irreführend, da Beta für exakte Abbildung von Aktienmärkten steht und Smart eine intelligentere Vorgehensweise verspricht. In Wirklichkeit werden mit derartigen Anlageprodukten alle Regeln passiver Geldanlagen auf den Kopf gestellt und die Anleger zu Wetten gegen den Markt animiert.

Smart Beta ETF sollen bestimmten Marktsegmenten mehr Rendite abgewinnen

Also nicht in den Gesamtmarkt investieren und komplette Indizes exakt nachbilden. Die Initiatoren picken sich nur bestimmte Aktien für die smarten Indexfonds heraus und überlassen die Zusammenstellung meist Computern. Dazu kommen entweder Wertpapiere mit geringer Volatilität, zeitweiliger Unterbewertung oder besonders guter Wertentwicklung zum Einsatz. Von Anlegern wird verlangt, dass sie versuchen, was die Fachwelt für unmöglich hält: die Entscheidung für eine bestimmte Strategie in Verbindung mit Markt-Timing.

Kriterien, die gegen Smart Beta sprechen

Die einfache Verständlichkeit klassischer ETF leidet bei den smarten Varianten ebenso wie der Preisvorteil. Smarte Produkte kosten drei bis vier Mal mehr als reguläre Indexfonds. Zudem bleibt vom Grundgedanken der Exchange Traded Funds nichts übrig, wenn Anleger ähnlich riskant wie Fondsmanager agieren müssen. Dementsprechend raten Experten weiterhin zur klassischen Anlage in Indizes, sie sprechen sich aber entschieden gegen die smarten Produkte aus.

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