von Vermoegenskontor | 21. Jan.. 2026 | Depot-Check, Geldanlage, Strategien
Die Zeiten sind herausfordernd – für Anleger mehr denn je. Geopolitische Konflikte, hohe Staatsverschuldung, strukturelle Veränderungen der Weltordnung, rasante technologische Umbrüche durch Digitalisierung und Künstliche Intelligenz sowie eine zunehmende Deglobalisierung sorgen für ein Maß an Unsicherheit, das viele so noch nicht erlebt haben. Der Economic Policy Uncertainty Index zeigt: Die wirtschaftspolitische Unsicherheit war zuletzt so hoch wie nie zuvor.
Kein Wunder also, dass viele Investoren zögern. Doch gerade in Phasen erhöhter Unsicherheit entscheidet sich, ob Vermögen langfristig erhalten und aufgebaut wird – oder ob emotionale Entscheidungen Rendite kosten.
Warum Unsicherheit kein Feind, sondern Teil des Kapitalmarktes ist
Hohe Indexstände, neue Allzeithochs und eine erhöhte Volatilität lösen bei vielen Anlegern Unbehagen aus. Die Sorge vor einer baldigen Korrektur ist allgegenwärtig. Häufig führt das dazu, dass Investitionen aufgeschoben oder bestehende Engagements reduziert werden – oft genau zum falschen Zeitpunkt.
Dabei zeigt ein Blick auf die Kapitalmarktgeschichte ein anderes Bild: Kurzfristig schwanken Aktienmärkte stark. Jahresrenditen können – etwa am US-Aktienmarkt – zwischen zweistelligen Verlusten und sehr hohen Gewinnen liegen. Langfristig jedoch relativieren sich diese Schwankungen deutlich. Mit zunehmendem Anlagehorizont sinkt die Verlustwahrscheinlichkeit erheblich.
Ein bekanntes Beispiel: Wer 1999, kurz vor dem Platzen der Dotcom-Blase, in den DAX investiert hat, lag bereits wenige Jahre später wieder im Plus. Je länger der Anlagezeitraum, desto stabiler und planbarer werden die Ergebnisse.
Warum Market Timing meist mehr schadet als nützt
Ein weiterer, oft unterschätzter Punkt: Die besten Tage an den Kapitalmärkten entscheiden über einen Großteil der langfristigen Rendite. Wer in den vergangenen Jahrzehnten nur die zehn, zwanzig oder dreißig besten Börsentage verpasst hat, erzielte eine deutlich schlechtere Wertentwicklung als der Gesamtmarkt.
Diese Tage lassen sich nicht zuverlässig vorhersagen – sie treten häufig in Phasen hoher Unsicherheit auf. Wer dann nicht investiert ist, verpasst entscheidende Chancen. Genau deshalb ist es so wichtig, mit zumindest einem Teil des Vermögens kontinuierlich am Kapitalmarkt investiert zu bleiben.
Interessant ist auch: Historisch gesehen erzielten Anleger, die zu einem Allzeithoch investierten, im Durchschnitt sogar bessere Renditen als Anleger, die an einem „beliebigen“ Tag einstiegen. Denn neue Höchststände entstehen meist dann, wenn die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen insgesamt positiv sind – eine solide Basis für weiteres Wachstum.
Der Zinseszinseffekt: Der stille Motor des Vermögensaufbaus
Langfristiges Investieren hat noch einen weiteren entscheidenden Vorteil: den Zinseszinseffekt. Reinvestierte Erträge führen über die Zeit zu einem überproportionalen Vermögenswachstum – exponentiell statt linear. Gerade in volatilen Marktphasen zeigt sich, wie wertvoll Geduld und ein klarer strategischer Rahmen sind.
Antifragil investieren: Mehr als nur Diversifikation
In einem Umfeld wachsender Unsicherheit reicht klassische Risikostreuung allein oft nicht mehr aus. Immer wichtiger wird das Konzept der Antifragilität. Antifragile Portfolios sind nicht nur robust gegenüber Krisen – sie können von Stress, Volatilität und Umbrüchen sogar profitieren.
Das bedeutet:
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breite Diversifikation über unterschiedliche Anlageklassen,
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Investitionen, die nicht oder nur gering miteinander korrelieren,
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eine bewusst asymmetrische Struktur, bei der Chancen größer sind als potenzielle Verluste.
Der Schlüssel liegt dabei in der strategischen Asset Allocation. Sie entscheidet maßgeblich über den langfristigen Anlageerfolg – deutlich stärker als die Auswahl einzelner Produkte. Wichtig ist zudem, die Wechselwirkungen zwischen den Anlageklassen zu verstehen und die Allokation flexibel an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen.
Eine ganzheitliche Betrachtung schließt dabei nicht nur liquide Kapitalmarktanlagen ein, sondern auch illiquide Vermögenswerte, unternehmerische Beteiligungen oder Versicherungslösungen.
Fazit: Struktur schlägt Emotion
Unsicherheit wird uns an den Kapitalmärkten auch in Zukunft begleiten. Entscheidend ist nicht, sie vermeiden zu wollen – sondern strukturell richtig mit ihr umzugehen. Eine klar definierte, langfristige und antifragile Anlagestrategie hilft dabei, emotionale Fehlentscheidungen zu vermeiden und Chancen konsequent zu nutzen.
Gerade in komplexen Zeiten kann eine professionelle, ganzheitliche Finanzplanung einen entscheidenden Unterschied machen. Sie schafft Klarheit, Struktur und die nötige Ruhe, um auch in bewegten Marktphasen investiert zu bleiben – und langfristig Vermögen zu schützen und zu vermehren.
von Vermoegenskontor | 11. Juni. 2025 | Geldanlage, Steuern, Strategien
Die meisten Anleger setzen beim Vermögensaufbau auf ein Wertpapierdepot bei ihrer Hausbank oder einem bevorzugten Kreditinstitut. Doch es gibt eine eher unbekannte und dennoch sehr interessante Alternative – insbesondere für vermögende Kunden: die Anlage von Wertpapieren oder Fonds innerhalb einer Versicherung, wie etwa einer Lebens- oder Rentenversicherung. Diese Lösung bietet spannende Vorteile, vor allem im Bereich der Altersvorsorge, Vermögensoptimierung und Nachfolgeplanung.
Warum Wertpapiere in einer Versicherung anlegen?
Lebens- und Rentenversicherungen sind seit langem bewährte Instrumente zur Altersvorsorge, bieten aber zusätzlich Chancen zur Optimierung von Kapitalanlagen und zur steuerlichen Gestaltung. Durch die Kombination von Versicherung und Wertpapieranlage können Anleger neben dem langfristigen Vermögensaufbau auch ihre Nachfolge und die Absicherung von Hinterbliebenen besser steuern. Besonders interessant ist dabei der steuerliche Vorteil: Innerhalb der Versicherung werden Erträge wie Zinsen und Kursgewinne während der Vertragslaufzeit nicht unmittelbar besteuert. Die Steuer fällt erst bei Auszahlung an – das sorgt für einen sogenannten Steuerstundungseffekt, der den Zinseszinseffekt verstärkt und die Rendite auf lange Sicht verbessert.
Steuervorteile in der Ansparphase und bei Auszahlung
Während der Ansparphase werden die Erträge im Versicherungsvertrag steuerlich nicht belastet. Erst bei Auszahlung gelten verschiedene Regelungen, die je nach Vertragsart und Laufzeit unterschiedlich sind. So kann bei bestimmten Verträgen eine besonders günstige Besteuerung greifen, etwa bei Einmalzahlungen nach einer Mindestvertragsdauer und einem bestimmten Alter. Auch regelmäßige Rentenzahlungen am Ende der Laufzeit werden steuerlich begünstigt behandelt. Wichtig ist zudem, dass im Todesfall die Versicherungsleistung in der Regel steuerfrei ausgezahlt wird, was ein weiterer wesentlicher Vorteil gegenüber einer klassischen Depotanlage ist.
Vermögensübertragung mit Kontrolle
Eine weitere Stärke der Versicherungslösung liegt in der Möglichkeit, Vermögen zu Lebzeiten gezielt und kontrolliert an die nächste Generation zu übertragen. So kann die Versicherungsnehmereigenschaft teilweise übertragen werden, während die ursprünglichen Eigentümer weiterhin Kontrolle über den Vertrag behalten. Diese Gestaltungsmöglichkeit schützt das Vermögen und stellt sicher, dass Änderungen am Vertrag nur mit Zustimmung der ursprünglichen Versicherungsnehmer möglich sind. Auch die Begünstigtenregelungen sind flexibel und können jederzeit angepasst werden.
Vermögensanlage außerhalb des Nachlasses
Ein entscheidender Vorteil ist, dass die Versicherungsleistung nicht Teil des Nachlasses ist, sofern ein Begünstigter benannt wurde. Dadurch wird die Kapitalanlage rechtlich getrennt vom Nachlass behandelt und kann so beispielsweise vor Erbschaftsstreitigkeiten oder Insolvenz geschützt werden! Zudem lässt sich durch die Vereinbarung eines unwiderruflichen Bezugsrechts die Versorgung von Angehörigen im Insolvenzfall sicherstellen.
Flexibilität bei Auszahlung und Vermögensplanung
Die Versicherung bietet außerdem die Möglichkeit, die Auszahlung der angesparten Summe zu einem bestimmten Zeitpunkt oder Anlass zu fixieren. Dies ist insbesondere sinnvoll, wenn Vermögen erst zu einem späteren Zeitpunkt an die Begünstigten übergehen soll, beispielsweise wenn ein Kind ein bestimmtes Alter erreicht hat und somit reif genug ist, verantwortungsvoll damit umzugehen.
Was ist zu beachten?
Natürlich gibt es auch Aspekte, die bedacht werden sollten: Versicherungslösungen sind mit zusätzlichen Kosten verbunden, und das Kapital gehört rechtlich der Versicherungsgesellschaft, während der Anleger nur eine Forderung aus dem Versicherungsvertrag besitzt. Zudem kann durch eine Versicherung das gesetzliche Pflichtteilsrecht nicht umgangen werden. Wichtig ist auch, zwischen deutschen und ausländischen Versicherungsverträgen zu unterscheiden, da letztere oft flexiblere Gestaltungsmöglichkeiten bieten.
Fazit
Die Anlage von Wertpapieren innerhalb einer Lebens- oder Rentenversicherung kann eine sehr attraktive Alternative zur klassischen Depotanlage sein – insbesondere für Anleger mit höherem Vermögen, die Wert auf steuerliche Vorteile, flexible Nachfolgegestaltung und den Schutz des Vermögens legen. Ob eine Versicherungslösung oder doch eher ein klassisches Depot für Sie die richtige Entscheidung ist, wir helfen Ihnen mittels einer professionellen und qualifizierten Beratung dabei, Ihre optimale Lösung zu finden.
von Vermoegenskontor | 10. Dez.. 2024 | Altersvorsorge, Finanzplanung, Geldanlage
Wer kennt den Traum nicht, unerwartet eine größere Geldsumme zu erhalten? Sei es durch ein Erbe, eine Schenkung, die Auszahlung einer Lebensversicherung oder sogar einen Lottogewinn – solche Ereignisse können das Leben verändern. Doch während die Freude zunächst groß ist, fühlen sich viele Menschen schnell überfordert. Was tun mit diesem Geld? Wie kann man es sinnvoll einsetzen, ohne Fehler zu machen?
Die Möglichkeiten sind vielfältig
Ein plötzlicher Geldsegen eröffnet zahlreiche Möglichkeiten, die sowohl kurzfristige Wünsche als auch langfristige Ziele betreffen können. So lässt sich zum Beispiel ein Traum verwirklichen, wie eine Weltreise antreten, ein neues Auto kaufen oder das Eigenheim umfassend renovieren. Auch Investitionen in die Zukunft bieten sich an, etwa der Kauf einer Immobilie oder die Anlage des Geldes für die Altersvorsorge. Darüber hinaus bietet sich die Gelegenheit, die eigene Absicherung und Vorsorge zu verbessern, etwa durch das Tilgen von Schulden, das Schaffen von Rücklagen oder die Verbesserung der finanziellen Situation der Familie.
Doch bei all diesen Möglichkeiten lauern auch Risiken, vor allem, wenn unüberlegt gehandelt wird.
Typische Fehler vermeiden
Ein häufiges Problem ist, dass das Geld komplett für Konsum ausgegeben wird und schnell verpufft. Ebenso riskant ist es, auf vermeintlich „heiße“ Aktientipps zu setzen oder ohne fundierte Beratung in eine Immobilie zu investieren. Ein kluger Umgang mit unerwartetem Geld erfordert eine durchdachte Strategie.
Warum ein Plan wichtig ist
Der Schlüssel, um das Beste aus einem unverhofften Geldbetrag zu machen, liegt in der Planung. Eine professionelle Finanzstrategie berücksichtigt dabei nicht nur die Geldanlage, sondern auch alle relevanten Aspekte der persönlichen Finanzsituation, wie Einnahmen und Ausgaben, bestehende Vermögenswerte wie Immobilien oder Wertpapiere, eventuelle Schulden sowie zukünftige Ziele und Wünsche.
Ein gut strukturierter Plan hilft, langfristige Ziele wie die finanzielle Sicherheit oder den vorgezogenen Ruhestand zu erreichen und gleichzeitig kurzfristige Wünsche zu erfüllen.
Klug investieren, aber mit Bedacht
Investitionen spielen eine zentrale Rolle bei der Vermögensbildung, besonders für langfristige Ziele. Hier sind einige Grundregeln:
- Diversifikation ist entscheidend: Streuen Sie Ihr Geld auf unterschiedliche Anlageklassen, um Risiken zu minimieren.
- Keine Spekulationen: Setzen Sie auf wissenschaftlich fundierte Strategien statt auf kurzfristige Trends.
- Risikobereitschaft beachten: Wählen Sie eine Anlagestrategie, die zu Ihrer individuellen Risikoneigung passt.
- Professionelle Beratung einholen: Ein erfahrener Berater berücksichtigt Ihre gesamte finanzielle Situation, inklusive Ihrer Wünsche, Ziele und individuellen Umstände. Mit einer ganzheitlichen Perspektive hilft er Ihnen, eine maßgeschneiderte Strategie zu entwickeln, die kurz-, mittel- und langfristige Ziele in Einklang bringt und finanzielle Sicherheit schafft.
Finanzplanung ist Lebensplanung
Eine solide Finanzplanung geht über reine Geldfragen hinaus. Sie sollte auch Ihre Träume und Wünsche einbeziehen. Ob es die Traumreise ist, die Sie schon immer machen wollten, oder ein finanzielles Polster für unerwartete Ereignisse – all das kann Teil eines individuellen Plans sein.
Denn letztlich ist Finanzplanung nichts anderes als Lebensplanung. Sie hilft Ihnen, Ihre Prioritäten zu setzen, Ihre Ziele zu erreichen und das Beste aus Ihrem Vermögen zu machen – für heute und für die Zukunft.
Fazit
Ein unerwarteter Geldsegen ist eine große Chance, aber auch eine Herausforderung. Wer ihn klug nutzt, kann nicht nur seine finanzielle Situation nachhaltig verbessern, sondern auch persönliche Träume verwirklichen. Die wichtigste Regel lautet: Planen Sie sorgfältig, handeln Sie überlegt und beziehen Sie einen erfahrenen Berater mit ein. Ein professioneller Finanzexperte hilft Ihnen, Ihre individuellen Ziele und Bedürfnisse zu verstehen und eine persönliche Strategie zu entwickeln.
So wird aus einem Geldsegen mehr als nur ein kurzfristiges Glück – er wird zu einer langfristigen Bereicherung.
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von Vermoegenskontor | 30. Okt.. 2024 | Finanzplanung, Geldanlage
Wie psychologische Aspekte die Finanzplanung bereichern
In der modernen Finanzplanung spielen Daten und Analysen zwar nach wie vor eine zentrale Rolle – doch oft ist die Psychologie der entscheidende Faktor, der das Verhalten und die Entscheidungen von Anlegern beeinflusst. Während psychologische Prinzipien helfen können, den Kunden besser zu verstehen und ihn im besten Sinne zu beraten, setzen Finanzvertriebe diese Erkenntnisse leider auch gezielt ein, um Kunden zu manipulieren und in bestimmte Produkte zu drängen. Dennoch bleibt die fundierte Nutzung psychologischer Methoden eine wichtige Grundlage, um den Kunden zu verstehen und in seinem Interesse zu handeln.
Warum Psychologie in der Finanzplanung so wichtig ist
Finanzielle Entscheidungen sind häufig von Emotionen und tief verwurzelten Überzeugungen geprägt. Phänomene wie selektive Wahrnehmung, Selbstüberschätzung oder Verlustaversion führen oft dazu, dass rationale Entscheidungen schwieriger werden. So kann Verlustaversion – diese besagt, dass Verluste emotional stärker wiegen als Gewinne – zu vorsichtigen oder gar falschen Anlageentscheidungen führen. Solche psychologischen Muster können nicht nur das Erreichen finanzieller Ziele verzögern, sondern auch ernsthaft gefährden.
Aus diesem Grund gewinnt die Finanzpsychologie im Bereich der Finanzberatung immer mehr an Bedeutung. Diese spezifische Anwendung der „Behavioral Finance“ zielt darauf ab, das Verhalten, die Einstellungen und die Lebenssituation eines Kunden besser zu verstehen, um ihn effektiver und langfristig erfolgreich durch den Finanzplanungsprozess zu begleiten.
Die Rolle des Beraters: Verstehen und Kommunizieren
Eine ganzheitliche Beratung umfasst heute weit mehr als das Abfragen von Zielen, Risikobereitschaft und Lebensumständen. Ein guter Finanzplaner sollte den sozioökonomischen Hintergrund des Kunden ebenso verstehen wie dessen Umgang mit Geld, insbesondere in Kriesensituationen. Solche Einblicke sind entscheidend, um irrationale Entscheidungen oder mögliche Fehltritte frühzeitig zu erkennen und zu vermeiden.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die effektive Kommunikation. Es gilt herauszufinden, wie Kunden Informationen am liebsten und am besten aufnehmen: Bevorzugen sie schriftliche oder mündliche Kommunikation? Ist ihnen regelmäßiger Austausch wichtig oder reicht es, nur bei Bedarf Kontakt aufzunehmen? Die Kenntnis solcher Kommunikationspräferenzen stärkt das Vertrauen und die Bindung zwischen Kunde und Berater und trägt wesentlich zur Qualität der Beratung bei.
Selbstreflexion: Der Berater als Teil des Prozesses
Psychologie in der Finanzplanung bedeutet aber nicht nur, den Kunden besser zu verstehen. Auch der Berater selbst sollte sich seiner eigenen Vorurteile und Verhaltensmuster bewusst sein. Ein Bewusstsein für die eigene Voreingenommenheit und deren möglichen Einfluss auf den Finanzplanungsprozess schafft eine objektive Beratungsbasis und sorgt für eine neutrale, kundenorientierte Herangehensweise.
Psychologie und Finanzbildung: Ein ganzheitlicher Ansatz
Das Verständnis psychologischer Einflüsse und deren Rolle bei finanziellen Entscheidungen ist grundlegend für eine Beratung, die wirklich im Sinne des Kunden erfolgt. Gerade wenn Kunden wenig Finanzwissen mitbringen, ist es essenziell, dass der Berater gezielt auf deren Wissenslücken eingeht und persönliche Erfahrungen sowie Prägungen berücksichtigt. Finanzplanung ist schließlich mehr als nur Zahlen, Analysen und Charts – sie ist Lebensplanung: Sie bietet Orientierung, bewahrt vor unüberlegten Entscheidungen und hilft, langfristig Vermögen für ein sicheres, selbstbestimmtes Leben aufzubauen.
Mit einer Kombination aus psychologischem Verständnis, klarer Kommunikation und umfassender Finanzbildung wird Finanzplanung erfolgreich zu einem nachhaltigen und kundenorientierten Prozess.
von Vermoegenskontor | 22. Okt.. 2024 | Finanzplanung, Geldanlage, unabhängige Finanzberatung
Warum Emotionen oft im Weg stehen – und wie ein Finanzplaner helfen kann
Finanzielle Entscheidungen werden oft von unseren Gefühlen beeinflusst, ohne dass wir es direkt merken. Ob es um das Sparen für die Zukunft oder das Investieren an der Börse geht, Emotionen wie Angst vor Verlusten, Gier nach schnellem Gewinn oder auch Euphorie können uns dazu bringen, unkluge Entscheidungen zu treffen. Diese Emotionen führen häufig dazu, sich von kurzfristigen Entwicklungen leiten zu lassen, statt langfristig und strategisch zu handeln.
Emotionen und finanzielle Fehlentscheidungen
Viele Anleger wissen, wie leicht man sich von der Unsicherheit auf den Finanzmärkten beeinflussen lässt. Doch je mehr Gefühle ins Spiel kommen, desto schwieriger wird es, rationale Entscheidungen zu treffen. Emotionen wie Angst und Selbstüberschätzung führen oft zu unnötigen und vermeidbaren Fehlern. Ein Finanzplaner kann hier eingreifen und helfen, den Überblick zu bewahren. Professionelle Berater sind darin geschult, rationale Analysen durchzuführen und Anleger dabei zu unterstützen, Entscheidungen zu treffen, die langfristig zum Erfolg führen – ohne sich von Emotionen leiten zu lassen.
Der Schlüssel: Eine langfristige Strategie
Wer erfolgreich Vermögen aufbauen oder seine Finanzen nachhaltig ordnen möchte, braucht eine langfristige Strategie. Diese sollte nicht nur auf kurzfristige Marktbewegungen reagieren, sondern vielmehr geduldig, gut durchdacht und stabil sein. Ein Finanzplaner bringt genau diese Perspektive ein. Durch Diversifikation, Geduld und die Fähigkeit, aus Fehlern zu lernen, hilft ein professioneller Planer dabei, die finanzielle Zukunft abzusichern. Untersuchungen zeigen, dass Menschen, die sich bei ihrer Geldanlage professionell beraten lassen, nicht nur finanziell besser dastehen, sondern auch zufriedener mit ihrer allgemeinen Lebensqualität sind!
Häufige Denkfehler bei der Geldanlage
Ein verbreiteter Fehler ist, sich auf kurzfristige Gewinne zu konzentrieren, ohne die langfristigen Auswirkungen zu berücksichtigen. Viele Menschen denken nur an die nächsten Monate, anstatt sich zu fragen, wo sie in zehn oder zwanzig Jahren stehen wollen. Ein professioneller Finanzplaner kann helfen, diesen Perspektivenwechsel vorzunehmen. Statt auf kurzfristige Schwankungen zu reagieren, wird ein Plan entwickelt, der über Jahre hinweg Bestand hat. So lassen sich schwerwiegende Fehler vermeiden, die durch mangelnde Erfahrung oder zu impulsives Handeln entstehen.
Professionelle Finanzplanung als notwendige Unterstützung
Selbst die besten Absichten können scheitern, wenn das nötige Wissen über Finanzmärkte fehlt. Hier kommt die Rolle des (professionellen) Finanzplaners besonders zum Tragen: Sie sind darauf spezialisiert, die komplexen Zusammenhänge der Finanzwelt zu verstehen und ihre Kunden dabei zu unterstützen, fundierte und gewinnbringende Entscheidungen zu treffen. Anders als bei der eigenständigen Geldanlage bietet ein Finanzplaner des Weiteren die Möglichkeit, auf eine neutrale und kompetente Einstellung zurückzugreifen. Dadurch werden die vorhin angesprochenen emotionalen oder unüberlegten Entscheidungen vermieden. Statt impulsiv zu handeln, wird gemeinsam eine durchdachte Strategie entwickelt, die langfristig trägt.
Fazit: Der Finanzplaner als Schlüssel zum Erfolg
Wer die Kontrolle über seine Finanzen übernehmen und langfristig erfolgreich sein möchte, kommt nicht um die Unterstützung eines professionellen Finanzplaners herum. Diese Experten können helfen, emotionale Entscheidungen zu vermeiden, eine kluge Anlagestrategie zu entwickeln und finanzielle Ziele langfristig abzusichern. Sie bieten nicht nur fachliches Know-how, sondern auch den notwendigen Abstand, um objektiv zu bleiben und rational zu handeln. Ein Finanzplaner ist damit nicht nur Berater, sondern auch eine wichtige Stütze auf dem Weg zu finanzieller Sicherheit und Zufriedenheit.
von Vermoegenskontor | 8. Mai. 2024 | Finanzplanung, Geldanlage, Strategien
Wie Diversifizierung stabile Portfolios schafft
In der Welt der Investitionen wird die Bedeutung von Diversifikation immer deutlicher. Statt sich ausschließlich auf aktuelle Performance-Kennzahlen zu verlassen und Renditen hinterherzujagen, empfehlen Experten ein diversifiziertes Portfolio in die globalen Märkte. Doch warum ist das so wichtig?
Das jüngste Marktumfeld hat herkömmliche Allokationsmodelle wie das 60/40-Portfolio infrage gestellt. Durch die Kursbewegungen der letzten Jahre, sowie durch die Veränderungen in der Geldpolitik lassen sich viele Anleger dazu verführen, in Barmittel mit derzeitigen Rekordrenditen zu investieren.
Warum jedoch Anleger nicht der Jagt nach Renditen erliegen, sondern langfristig denken und auf Diversifizierung setzen sollten, das erfahren Sie in diesem Artikel.
Aktien:
Seit der Erschütterung durch die Finanzkrise von 2008 und 2009 haben US-Aktien eine führende Rolle in der weltweiten Börsenlandschaft gespielt. Dieser Aufstieg wurde durch ein Umfeld mit niedrigen Zinsen, steigenden Bewertungen und robusten Unternehmensgewinnen angetrieben, was dem US-Markt in den letzten zehn Jahren fast doppelt so hohe Renditen bescherte wie anderen Märkten.
Jedoch zeichnen sich gegenwärtig neue Trends ab, die darauf hindeuten, dass die goldenen Zeiten für US-Aktien möglicherweise ihrem Ende entgegengehen. Die hohen Bewertungen und das sich verlangsamende Gewinnwachstum deuten darauf hin, dass Investoren, insbesondere in Europa, in den kommenden zehn Jahren mit deutlich niedrigeren Renditen von US-Aktien rechnen müssen. Die Experten von Vanguard prognostizieren hier Renditen von gerade einmal 1,8 bis 3,8% pro Jahr.
Im Gegensatz dazu könnten Märkte außerhalb der USA, mit günstigeren Bewertungen, niedrigerer Volatilität und einem breiteren Spektrum an Wachstumschancen, attraktivere Renditen bieten. Es wird erwartet, dass Anleger in diesen Märkten Renditen zwischen 4,8 und 6,8% pro Jahr erzielen könnten, so die Einschätzung der Experten.
Anleihen:
Anleihen spielen eine entscheidende Rolle bei der Diversifizierung und Stabilisierung von Portfolios, da sie in der Regel weniger volatil sind als Aktien. Dennoch haben Anlegerinnen und Anleger in den letzten zehn Jahren eher auf Barmittel und äquivalente Anlagen gesetzt. Es ist hierbei wichtig zu betonen, dass Anleihen und Barmittel unterschiedliche Zwecke erfüllen und nicht austauschbar sind. Als langfristige Diversifizierungsinstrumente für Aktienrisiken eignen sich risikoarme Anleihen in der Regel besser und bieten zudem höhere Renditen als Barmittel.
Die aktuelle wirtschaftliche Lage hat dazu geführt, dass Anleihen wieder attraktiver werden. Bei einem mittel- bis langfristigen Anlagehorizont bieten Anleihen Potenzial für Wachstum und Zinseszinsen. In den letzten zwei Jahren hat der Übergang in die Hochzinsphase an den Anleihemärkten zu signifikanten Kurskorrekturen geführt. Sowohl für Anleihen aus dem Euroraum als auch für währungsgesicherte globale Anleihen aus anderen Märkten prognostizieren Experten von Vanguard für die nächsten zehn Jahre eine nominale Rendite von 1,9 bis 2,9% pro Jahr.
Obwohl ähnliche Renditen für die verschiedenen Anleiheregionen erwartet werden, ist dies kein Grund, ausschließlich auf Euroraum-Anleihen zu setzten und damit auf Diversifizierung zu verzichten. Globale Anleihen können aufgrund niedrigerer Korrelationen die Volatilität eines Portfolios reduzieren und zu besseren Anlageergebnissen beitragen.
Barmittel:
Barmittel spielen eine entscheidende Rolle als Instrument zur Steuerung von Liquiditätsrisiken. Sie dienen als strategische Reserve für den täglichen Cash-Bedarf, für Notfälle und sind besonders geeignet für Anleger mit sehr niedriger Risikotoleranz. Allerdings sind Barmittel als Ersatz für Aktien oder Anleihen unabhängig von den Marktbedingungen keine empfehlenswerte Wahl, auch nicht in einem aktuellen Hochzinsumfeld, in dem Anleger mit Cash-Anlagen tatsächlich Renditen erzielen konnten.
Auf den ersten Blick mag eine Neuausrichtung des Portfolios hin zu Barmitteln in der aktuellen Lage sinnvoll erscheinen: Bargeld ist risikolos und bietet derzeit ähnliche Renditen wie Anleihen. Jedoch eignet es sich nur begrenzt als Schutz gegen Inflation, und Anleger, die auf Barmittel setzen, verzichten auf potenzielle Risikoprämien. Zudem ist die Rendite von Barmitteln stark von der Geldpolitik abhängig, die sich als unbeständig erweisen könnte. Sinkende Zinsen führen zu einer entsprechenden Reduzierung der Rendite auf Bargeld. Im Gegensatz dazu können Anleger, die an ihrer Ziel-Anleihe-Allokation festhalten, laufende Erträge erzielen, die ihnen bei einer reinen Cash-Allokation entgehen würden.
Das aktuelle Wirtschafts- und Marktumfeld birgt die Gefahr, dass Anleger ihre Strategien missachten und blindlings Renditen hinterherjagen. Doch die Zukunft ist ungewiss, sowohl auf einzelnen Märkten als auch global betrachtet. Eine Aktie, die heute Spitzengewinne verzeichnet, könnte morgen bereits an Wert verlieren, und die Jagd nach Rendite birgt das Risiko unnötiger Wertschwankungen und Risiken für das Portfolio. Diverse Untersuchungen haben gezeigt, dass Anleger mit einem diversifizierten, kosteneffizienten Multi-Asset-Portfolio ihre Chancen auf langfristigen Anlageerfolg bedeutend erhöhen. Vorausgesetzt, sie lassen sich nicht von dem Medienlärm ablenken, bleiben diszipliniert und behalten ihren Kurs bei.
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