von Vermoegenskontor | 6. Sep.. 2015 | Depot-Check, Geldanlage, Strategien
Mit Market Timing wollen sich Anleger zu besseren Renditen verhelfen, doch letztendlich führt die Jagd nach Erträgen zu einer Verschlechterung der Fondsperformance. Diversifikation hilft in diesem Fall nur wenig, denn der Morningstar Investor Return zeigt suboptimale Resultate auch bei Mischfonds, die dazu auch noch durchschnittliche Kosten von ca. 1,5 % p.a. verursachen.
Riskantes Market Timing führt zu Verlusten
In besonders volatilen Perioden versuchen vermeintlich professionelle Marktteilnehmer, bei Höchstständen aus ihren Fonds auszusteigen, um nach einer befürchteten Kurskorrektur wieder zu optimalen Bedingungen einzusteigen. Als Market Timing bezeichnen Experten diese umstrittene Vorgehensweise, die Strategie wird von der modernen Finanzwissenschaft als überholt, gefährlich und zwecklos erachtet.
Die beiden zur Verfügung stehenden Ansätze erfordern einerseits umfassende Fachkenntnisse, andererseits lassen sie das Verhalten aller Akteure außer Acht und sind vom Blick in die Zukunft abhängig. Entweder vertrauen Anleger beim Market Timing auf unbestätigte Prognosen oder sie müssen aufwändige Marktanalysen vornehmen. Zudem ist der wiederholte Ein- und Ausstieg mit Kosten verbunden, welche sich ebenfalls negativ auf die Performance auswirken.
Anleger teilweise selbst für schlechtes Abschneiden verantwortlich
Mischfonds sind aufgrund ihrer breit gestreuten Asset-Allokation besser auf Börsenturbulenzen vorbereitet als reine Aktienfonds, denn sie legen zumeist in Aktien und Festverzinslichen an. Gleichwohl schützt selbst die vorbildlichste Diversifizierung manchmal nicht vor herben Rücksetzern. Vorausschauende Anleger möchten mit praktiziertem Market Timing den drohenden Verlusten entkommen und verschlechtern damit die Entwicklung ihrer Fonds selbst.
Ein einmal gekaufter Fonds sollte lange gehalten werden, nur dann kommen Investoren in den Genuss des Total Returns. Der mit riskantem Timing erzielte Investor Return liegt laut Analysen von Morningstar ungeachtet des Anlagezeitraums immer circa 50 Basispunkte hinter dem Total Return. Bei einem Anlagebetrag von 100.000 Euro und einem Zeitraum von 10 Jahren betrüge die Differenz immerhin ca. 6.500 Euro.
Kaufen und langes Halten als Alternative zum Market Timing
Fondsanleger erzielen mit vermehrtem Ein- und Ausstieg erwiesenermaßen keine Vorteile, stattdessen winken zusätzliche Kosten und Einbußen seitens der Performance. Langfristiger Anlagehorizont, Vertrauen in die Finanzmärkte und der Beistand eines unabhängigen Finanzberaters sind Garanten für ein stressfreies Investorendasein und führen letztendlich immer zu bestmöglichen Ergebnissen.
von Vermoegenskontor | 18. Aug.. 2015 | Depot-Check, Geldanlage, Strategien
Anleger, die eine höhere erwartete Rendite anstreben, müssen dazu ein höheres Risiko eingehen. Diese unanfechtbare Erkenntnis wurde von dem Investmentunternehmen Dimensional in langjähriger Erfahrung aufgestellt. Die Gesellschaft konzipiert auf der Grundlage wissenschaftlicher Forschungsarbeit seit Anbeginn attraktive Anlagelösungen.
Seit nahezu 35 Jahren
Dimensional Fund Advisors wurde 1981 in den USA gegründet, die europäische Geschäftsstelle in London besteht seit 1991. Mehr als 250 Milliarden Euro legten internationale Kunden bei der Gesellschaft in einer breiten Palette globaler Strategien an. Dimensional vertraut auf die Kapitalmärkte und baut diese Zuversicht auf Wissenschaftler mit internationalem Rang auf. Anleger profitieren bei Dimensional unter anderem von den innovativen Ansätzen des Nobelpreisträgers Eugene Fama.
Keine Gewinne ohne Risiken
Bei Dimensional werden Finanzmärkte als Verbündete und nicht als Gegner angesehen, das Unternehmen baut nicht auf Prognosen oder falsch interpretierte Entwicklungen. Bei der Gesellschaft werden vielmehr Gelegenheiten genutzt, in denen sich die Märkte selbst bestätigen. Anleger erzielen bei Dimensional immer die zu erwartende Rendite, die sich durch das eingegangene Risiko ergibt. Die Gesellschaft befindet sich entsprechend der Firmenphilosophie in den Händen der Mitarbeiter und hat ihr Leistungsspektrum auf institutionelle Marktteilnehmer und akkreditierte Honorarberater ausgerichtet.
Unwiderlegbare Erkenntnisse und praktische Erfahrung
Die Finanzwissenschaft ist mit ihren Erkenntnissen die bedeutendste Stütze bei Dimensional, gleichzeitig nutzt die Gesellschaft die praktischen Erfahrungen praktizierender Investoren mit institutionellem Hintergrund. Anleger erzielen hier eine Rendite, die sich immer auf ihr eingegangenes Risiko bezieht. Allerdings stecken nicht hinter allen Risiken lukrative Renditen. Die Gesellschaft verfügt über ein umfassendes Risikoverständnis und kann zwischen akzeptablen Risiken und Gefahren, die es zu vermeiden gilt, unterscheiden.
Praktische Beispiele
- Anleger erzielen mit Aktien höhere Erträge als mit Anleihen. Die bessere Rendite setzt jedoch ein größeres Risiko in Bezug auf Marktschwankungen voraus.
- Value-Aktien locken mit niedriger Bewertung und kompensieren die Risiken mit höheren Ertragsaussichten.
- Gleiches gilt für Aktien kleinerer Unternehmen, auch hier werden die Risiken durch höhere Ertragserwartungen ausgeglichen.
Wie Sie attraktive Rendite mit überschaubarem Risiko erzielen können, sagt Ihnen Ihr unabhängiger Finanzberater.
von Vermoegenskontor | 12. Aug.. 2015 | Berlin, Geldanlage, Verbraucherschutz
Kunst ist eine neue Anlageklasse, in der Kreativität und Definitionsnotstand aufeinandertreffen. Anleger, die sich aus wirtschaftlichen Gründen mit dieser Assetklasse auseinandersetzen, sind zwingend auf kompetente Berater angewiesen. Fehlberatungen haben hier die gleichen Hintergründe wie die vermeintlich guten Ratschläge bei Banken.
Eine Anlageklasse mit erhöhtem Beratungsbedarf
Wenn Anleger in Kunstobjekte investieren möchten, stehen ihnen keine Anhaltspunkte wie bei Aktien oder Fonds zur Verfügung. Preise sind nirgendwo notiert, der Markt ist komplex, ungewöhnlich und vergleichsweise schwer verständlich. Wer in diese Anlageklasse investiert, muss sich vorher aufwändig damit beschäftigen oder besser einen passenden Berater suchen.
Die Gefahr, bei der Suche nach Fachleuten hereinzufallen, ist verhältnismäßig groß, etablierte Kunsthistoriker wissen warum: Häufig sind Handel und Beratung zu sehr miteinander verflochten. Das heißt, es gibt Berater in der Anlageklasse Kunst, die von Galeristen für den Verkauf diverser Kunstgegenstände üppige Provisionen kassieren und gleichzeitig von interessierten Anlegern Honorare einstreichen. Jedem Honorarberater würden sich bei einem derartigen Sachverhalt die Haare sträuben. Die Gerichte sehen das übrigens ebenso kritisch, sie verurteilten einen sogenannten dualen Kunstberater kürzlich wegen Betrugs zu sechs Jahren Haft. Die Anlageklasse Kunst erfordert auch deswegen kompetente Beratung, weil die Szene äußerst intransparent und von eigenartigen Regeln geprägt ist.
Enorme Nachfrage nach Kunst
Die Verbraucher kaufen aus Prestigegründen alles, was sie für Kunst halten, und bringen damit den Markt zum Überhitzen. Aktuellen Schätzungen zufolge werden in der Anlageklasse Kunst jährlich global mehr als 50 Milliarden Euro umgesetzt. Die große Nachfrage kommt mit geringem Qualitätsanspruch und generiert für einzelne Kunstwerke völlig realitätsferne Preise. Das Internet fungiert in der Assetklasse als Preistreiber, weil es weltweit Interessenten und Anbieter in Hochgeschwindigkeit miteinander vernetzt.
Wer in die Anlageklasse Kunst investieren will, muss sich einen Berater suchen, der nicht mit Galeristen verbunden ist, keinen Verkaufsdruck hat und trotzdem über perfektes Fachwissen verfügt. Anleger sind gut beraten, bei der Suche die gleichen Maßstäbe wie bei der Beauftragung eines unabhängigen Finanzanlagenberaters zu setzen.
von Vermoegenskontor | 5. Aug.. 2015 | Depot-Check, Geldanlage, Strategien
Wissenschaftliches Investieren bedeutet für Anleger, sich nicht auf individuelle Beratermeinungen oder Medientrends zu verlassen, sondern das Investment allein auf die Erkenntnisse der Finanzwissenschaft aufzubauen. Ihnen stehen dazu unterschiedliche Modelle prominenter Ökonomen zur Wahl.
Der neue Trend in der Investment-Welt
Obgleich wissenschaftliches Investieren seit Jahrzehnten Klarheit und Sicherheit bei der Geldanlage bedeutet, werden die Modelle in der Finanzwelt kaum eingesetzt. Klassische Finanzberater und Fondsgesellschaften meinen, ihr Handwerk besser zu verstehen als die Wissenschaft. Sie verzichten häufig auf risikomindernde Diversifikation und wollen die Märkte in Bezug auf Rendite schlagen. Wissenschaftliches Investieren hingegen erhält Vermögenswerte und erleichtert den Aufbau der Altersvorsorge insbesondere für sogenannte Normalverdiener.
Bekannte Finanzwissenschaftler und Nobelpreisträger entwickelten bereits vor vielen Jahrzehnten Modelle, mit denen Anleger kontinuierlich Vermögen aufbauen, ohne zu spekulieren. Investoren haben die Wahl unter vier Theorien, welche einzeln und in Kombination angewandt werden können:
Harry Markowitz empfahl bereits 1953 in seiner modernen Portfoliotheorie das „Wegstreuen von Risiken“. Damit ermahnt Markowitz nicht nur zur Diversifikation, er weist auch darauf hin, dass höhere Renditeerwartung mit systematischen oder wenig sinnvollen Risiken verbunden sein kann.
Mit der Hypothese der effizienten Märkte belegt Eugene Fama, dass Kapitalmärkte auf Dauer nicht zu schlagen sind. Die aktuellen Notierungen aller Wertpapiere enthalten bereits alle relevanten Informationen, sie kommen bei neuen Meldungen durch die Reaktionen der Marktteilnehmer in Bewegung.
Mit dem Capital Asset Pricing Model stellten die Wissenschaftler Sharp, Lintner und Mossin fest, dass bestimmte systematisches Risiken erwartungsgemäß mit unterschiedlich hohen Renditen belohnt werden. Die Wissenschaftler French und Fama belegten mit ihrem Drei-Faktoren-Modell die höhere Renditeerwartung für Small Caps (kleinere Unternehmen) im Vergleich mit Blue Chips (große Gesellschaften).
Wissenschaftliches Investieren mit kompetenter Beratung
Für welches Modell sich einzelne Anleger entscheiden, hängt vor allem von ihren Zielen und von ihrer Risikobereitschaft ab. Ein hervorragender Partner ist hierbei ein unabhängiger Finanzberater, weil dieser sich frei von Vertriebsdruck und Interessenskonflikten stets für die persönlichen Bedürfnisse seiner Klienten einsetzt.
von Vermoegenskontor | 31. Juli. 2015 | Depot-Check, Geldanlage, Strategien
Anleger, die ihre strategische Asset Allokation durch regelmäßiges Rebalancing wiederherstellen, reduzieren langfristig ihre Risiken bei gleichzeitig erhöhten Renditechancen. Die Neugewichtung ist notwendig, weil sich die im Portfolio vereinigten Anlageklassen durch Marktbewegungen im Bezug auf Volumen und Wert verändern.
Rebalancing in einfachen Worten erklärt
Angenommen, ein Anleger hat sein Portfolio zu 50 Prozent mit Aktien und zu 50 Prozent mit festverzinslichen Rentenpapieren ausgestattet. Nach einem Jahr hat sich der Wert des Aktienanteils aufgrund positiver Marktbewegungen um 10 Prozent erhöht, der Rentenanteil nimmt nur noch 40 Prozent ein. Das Portfolio entspricht nicht mehr dem Risikoverständnis des Eigentümers und soll auf die ursprüngliche Allokation zurückgefahren werden. Dazu müssen 10 Prozent des Aktienanteils abgestoßen und für die Erlöse gleichviel Anleihen erworben werden.
Warum sollten Anleger regelmäßig neu Gewichten?
Die Rendite eines Investments steigt mit dem eingegangenen Risiko. Wenn beim oben genannten Beispiel kein Rebalancing erfolgt, erhöht sich der Aktienanteil kontinuierlich zulasten des Rentenanteils. Im Ergebnis entspricht die Geldanlage nicht mehr der eingangs festgelegten Risikobereitschaft und wird für den Inhaber eventuell zur Gefahr.
Des Weiteren kann bei regelmäßiger Neugewichtung auf Markttiming verzichtet werden. Privatanleger können mit diesem Ansatz mühelos den psychologischen Fallstricken des Investments entgegenwirken.
Beim Rebalancing die Kosten im Auge behalten
Anleger müssen möglicherweise mit steuerlichen Belastungen und Transaktionsgebühren rechnen. Gleichwohl sollten die entstehenden Kosten im Verhältnis zum erwarteten Effekt stehen. Übersteigen die Gebühren ein gewisses Maß, sollte auf die Neugewichtung verzichtet werden.
Mögliche Vorgehensweisen
Beim Rebalancing können Anleger zwischen zwei bewährten Methoden wählen, die Neugewichtung lässt sich in Intervallen oder nach dem Kalender durchführen.
Die Kalender-Methode lässt die aktuellen Marktbewegungen völlig außen vor, hierbei wird ein bis zwei Mal pro Jahr neu gewichtet. Die Strategie erfordert wenig Aufwand, sie birgt allerdings das Risiko erheblicher Allokations-Abweichungen.
Die Intervall-Methode automatisiert das Rebalancing. Es wird um jede Assetklasse im Portfolio ein Toleranzband gelegt. Reist dieses aufgrund von Marktbewegungen, erfolgt automatisch eine Portfolioanpassung. Welche Strategie für Sie als Anleger besser geeignet ist, erklärt Ihnen idealerweise ein unabhängiger Finanzberater.
von Vermoegenskontor | 25. Juli. 2015 | Depot-Check, Geldanlage
Während etablierte Großkonzerne oft in Ideenlosigkeit verharren, bieten kleinere Unternehmen (Small Caps) Anlegern lukrative Renditen. Die Ursachen sind in der Lebenszyklus-Theorie zu finden, der folgende Beitrag fasst die wichtigsten Punkte zusammen.
Der konventionelle Weg vom Kleinunternehmen zum Großkonzern
Da die einzelnen Entwicklungsstadien bei allen Unternehmen Ähnlichkeiten aufzeigen, nehmen wir als praktisches Beispiel das Versandhaus Quelle. Herr Schickedanz fing nach dem Zweiten Weltkrieg als typischer Kleinunternehmer an, wie die Inhaber anderer Small Caps hatte er eine gute Idee. Der Gedanke war eine effiziente elektronische Versandanlage, mit der Schickedanz die ungeliebte Konkurrenz distanzieren konnte.
Die Strategie hatte Erfolg: Aus dem kleinen Unternehmen wurde innerhalb weniger Jahre ein führender Konzern, bei der Geschäftsleitung verdrängte Selbstgefälligkeit den bislang dominierenden Innovationsgeist. Der Quelle-Konzern war bei seiner alternden Kundschaft äußerst erfolgreich und übersah die Gefahr aus dem World Wide Web.
Der Fluch der Lebenszyklen
Small Caps zeigen in der Gründerphase sehr viel Energie bei der Realisierung einer guten Geschäftsidee. Sobald die Innovation Fuß gefasst hat, kommt Angst vor Mitbewerbern auf. Es werden Details bis zur Perfektion verbessert und vorzugsweise Schutz in der eigenen Größe gesucht. Um die Übersicht zu behalten, verlassen sich die Entscheidungsträger auf bürokratische Ordnung, mit welcher vor allem das Personal diszipliniert wird.
Diese Regulierungswut engt nicht nur die unternehmerische Weitsicht empfindlich ein, es geht auch unverzichtbarer Erfindungsgeist für immer verloren. Als Quelle vom Small Cap zum Konzern aufstieg, waren die Entscheidungsträger von bürokratischer Blindheit befallen, denn sie erkannten den Mitbewerber Amazon nicht.
Anleger sollten in Small Caps investieren
In der innovativen Anfangsphase sind Anlegern die lukrativsten Renditen geboten, das einzige Risiko: Nimmt der Markt die Erfindung an oder nicht. Nachdem der Entwicklungsprozess abgeschlossen ist, sollten Investoren genau die weitere Vorgehensweise überprüfen. Neigt das ehemalige Kleinunternehmen zu den oben beschriebenen Verhaltensweisen, bieten sich zahlreiche andere Small Caps zur Investition an. Dass Unternehmensgröße nicht immer im Weg stehen muss, zeigte die Hamburger Ottogruppe. Die Geschäftsleitung erkannte die Bedrohung aus dem Netz und stellte sich mit dem Erwerb IT-qualifizierter Small Caps auf die Online-Konkurrenz ein.